Open Source Software

und was hab' ich davon?

Magdalena Zimprich


Veröffentlicht am 20.10.2014

Den Begriff „Open Source“ hat man vielleicht schon öfter gehört aber bis jetzt erfolgreich vermieden, sich damit genauer auseinandersetzen zu müssen. Aber eigentlich ist das Thema gerade für Kleinunternehmer sehr relevant, da einer der großen Vorteile von Open Source das große Potential der Kostenersparnis ist. 

Aber fangen wir von vorne an... 

Was bedeutet Open Source?

Open Source ist sozusagen eine Softwarekategorie und steht im Gegensatz zu kommerzieller Software. LibreOffice ist zum Beispiel die Open Source Alternative zu Microsoft Office; andere Beispiele sind

  • Android vs. iOS
  • Firefox vs. Internet Explorer
  • Linux vs. Windows
  • Odoo vs. SAP usw. 
Open Source gibt es also im ganzen Softwarebereich, vom Betriebssystems des Computers oder Smartphones bis zur Anwendersoftware und speziellen Programmen. Open Source bedeutet, dass der Programmiercode öffentlich zugänglich und einsehbar ist. Darüber hinaus kann man den Code auch selbst anpassen. Einerseits kann man Anpassungen für den privaten Gebrauch vornehmen.
  • einen Button umbenennen, weil man statt „Format“ lieber „Design“ hätte
  • das Farbschema ändern, weil einem grün nicht gefällt
  • eine zusätzliche Funktion programmieren, weil man die unbedingt braucht

Andererseits kann man seine Änderungen auch mit der Community und den anderen Nutzern teilen. Wenn man erkennt, dass die selbst-programmierte Funktion auch für andere relevant sein könnte.

Jeder kann mitarbeiten? Macht das nicht mehr Probleme?

Auf den ersten Blick erscheint es vielleicht beunruhigend. Ich verwende eine Software und da kann ständig jemand im Hintergrund herumbasteln? Dann könnte man sich ja nie sicher sein, was damit passiert! Aber so läuft das natürlich nicht ab. Bei einer Software gibt es ja immer Versionen. Und bevor eine neue Version oder ein Update veröffentlicht wird, wird die Funktionstüchtigkeit natürlich überprüft. Bei der Überprüfung zahlen sich die vielen aufmerksamen Augen besonders aus. So können potentielle Sicherheitsrisiken schnell erkannt und behoben werden, aber auch Fehlfunktionen und andere Probleme. Bei Open Source Software werden Probleme oft schneller erkannt, da sich so viele Programmierer unabhängig von einander mit dem Code der Software beschäftigen. Sollte eine Lücke entdeckt werden, sind es dann ebenso viele Programmierer, die an der Behebung arbeiten.

Der größte Unterschied ist, dass bei kommerzieller Software meist ein einziges Unternehmen für die Software verantwortlich ist. Dieses eine Unternehmen hat dann die volle Kontrolle. Die Software wird im Haus programmiert, verkauft und lizenziert. Bei einer Open Source Software hingegen beginnt jemand diese Software zu schreiben und teilt dann den Programmiercode mit der Welt. Im Normalfall bildet der Initiator gemeinsam mit ein paar anderen Programmierern  das Kernteam, das die Zusammenarbeit organisiert, nach außen kommuniziert und die Strategie vorgibt. Und wie bereits erwähnt, können sich dann andere Programmierer an dem Projekt beteiligen. Und weil die Software daher niemandem so richtig gehört und der Code ja öffentlich zugänglich ist, wird die Software dann auch nicht verkauft sondern steht den Nutzern gratis zur Verfügung.

Gratis? Was kostet mich der Spaß wirklich?

Die Kostenfrage ist nicht ganz so einfach zu klären. Obwohl die Verwendung von Open Source Software prinzipiell kostenlos ist, ist es in vielen Fällen durchaus so, dass es entweder anfängliche und/oder laufende Kosten geben kann. Das kommt auf verschiedene Faktoren an.

In manchen Bereichen ist Software, egal ob Open Source oder kommerziell, immer gratis. Das Paradebeispiel dafür ist der Browser; sowohl Firefox als auch der Internet Explorer stehen kostenlos zum Download bereit. Bei Office Programmen sind hingegen nur die Open Source Varianten, wie z.B. LibreOffice, gratis. Im Fall von Android sind die Kosten, die beim Smartphonekauf entstehen, kaum zwischen Hard- und Software aufzuschlüsseln. Soweit ich weiß, kann man Smartphones nicht ohne Betriebssystem kaufen.

Es ist aber nicht alles kostenlos, nur weil es Open Source ist. Zumindest nicht für Nutzer, die Unterstützung brauchen. Es gibt eine große Bandbreite an Services, die man mit dem nötigen Know-How selbst bewerkstelligen könnte. Allerdings ist das benötigte Wissen eben oft nicht im Unternehmen vorhanden und deshalb muss man auf IT-Dienstleister zurückgreifen:

  • Beratung – ein IT-Experte kann auf Grund seiner Erfahrung bei der Auswahl und der Einführung der Software unterstützend tätig sein
  • Einrichtung – die Installation erfordert möglicherweise ein hohes Fachwissen
  • Anpassungen – die Software deckt nicht alle Funktionen ab, die man benötigt
  • Hosting – damit Daten für alle Mitarbeiter verfügbar sind, muss die Software auf einem Server installiert werden; um die Hardwarekosten zu sparen, kann man das auch auslagern
  • laufender Support – das Unternehmen wächst und so auch die Anforderungen, daher kann es auch zu einem späteren Zeitpunkt zu Anpassungsbedarf kommen

Diese Kostenpunkte fallen aber natürlich nicht nur bei Open Source Lösungen an, sondern können genauso gut auch bei kommerziellen Lösungen entstehen. Bei kommerziellen Lösungen gibt es dann meist zertifizierte Partner, die die Betreuung übernehmen, während die Auswahl des IT-Dienstleisters bei Open Source Lösungen meist freier gestaltet werden kann. Auch ein Partnerwechsel sollte im Normalfall problemlos verlaufen.

Läuft Open Source stabil?

Das ist eine Frage, die wir häufig hören. Als Nutzerin von LibreOffice kann ich aus Erfahrung sagen, dass es sehr stabil läuft. Und auch Odoo und Firefox leistet bei mir sehr gute Dienste. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Open Source Softwarelösungen weniger stabil sind als kommerzielle, nur weil sie eben Open Source sind. Generell gibt es sicher in beiden Kategorien Lösungen, die mehr oder weniger stabil sind. Es kommt also auf die individuelle Software an und eine kurze Internetrecherche kann im konkreten Fall wahrscheinlich weiterhelfen.

Es lohnt sich daher zu überlegen, ob nicht für den einen oder anderen Unternehmer eine Open Source Software eine interessante Lösung sein könnte.

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